A contemporary fashion story
Ich versuche mit jeder Kollektion einzigartige Kleidungsstücke zu schaffen.
Second-Hand Kleidung oder fair und nachhaltig produzierte Neuware, die in etwa meinen Vorstellungen entspricht, bildet hierfür die Grundlage, sozusagen meine Leinwand. Durch Näharbeiten, Färbungstechniken und vor allem handgemachte Siebdrucke arbeite ich dann meine künstlerische Idee an diesen Kleidungsstücken aus. Dabei ist es mir sehr wichtig, dass Individualität und Handwerk nicht zu kurz kommen. So sind die Auflagen meist klein und limitiert, was es mir möglich macht, mit aufwändigeren und kreativeren Gestaltungsprozessen zu experimentieren. Dadurch gleicht außerdem keines meiner Kleidungsstücke zu 100 Prozent dem anderen, was jedem einzelnen den Charakter eines individuellen Kunstwerks mitgibt.
Siebdruck
Die Veredelungstechnik, die ich am meisten verwende, ist der Siebdruck. Siebdruck ist gerade deshalb so interessant, weil er die kreativen Möglichkeiten auf ein Minimum beschränkt. So lassen sich im Grunde nur einfarbige Flächen drucken, und jede zusätzliche Farbe bedeutet einen großen Mehraufwand. Das fertige T-Shirt Design muss also ohne Farbverläufe und generell nur mit so wenigen Farben wie möglich auskommen. Auf der anderen Seite gibt es allerdings eine ganze Reihe kreativer Gestaltungsmöglichkeiten, mit denen man spielen kann. So lassen sich Bilder beispielsweise durch Rastergrafiken oder Transparenzen durch das Beimischen von Farbverdünner erzeugen. Siebdruck bietet also eine ganze Reihe Möglichkeiten, aber eben auch Einschränkungen, was einen quasi dazu zwingt, besonders kreativ zu werden, um seine Idee umzusetzen und ein überzeugendes Produkt zu schaffen. Hinter einem Siebdruck steckt also immer auch ein viel einzigartigerer und kreativerer Schaffensprozess als hinter einem Digitaldruck. Gerade das ist es, was mich am Siebdruck so sehr fasziniert, aber auch motiviert, immer wieder neue Techniken auszuprobieren.
Abgesehen von den kreativen Techniken, die ich im Laufe der Zeit ausprobiert habe, habe ich aber ebenfalls gelernt, professioneller zu arbeiten. Beim Siebdruck spielen nämlich sehr viele kleine Faktoren eine entscheidende Rolle darüber, ob das Endprodukt auf dem T-Shirt dann auch so aussieht, wie man sich das vorgestellt hat. Je nachdem, welche Farben man verwenden und auf welchen Farben man drucken möchte, müssen diese etwas dick- oder dünnflüssiger sein. Das führt dann wieder dazu, dass man je nach Druck eher eng- oder grobmaschigere Siebe benötigt. Auch das Design spielt dabei eine große Rolle, so benötigen feine Linien auch eher ein engmaschigeres Sieb größere Flächen. Neben diesen Dingen spielen noch viele andere Faktoren eine Rolle, für die ich auch erst im Laufe der Zeit ein Gefühl bekommen habe. Zu merken, dass das Handwerk des Siebdrucks eben gar nicht so einfach ist, wie man denkt, aber ich gleichzeitig auch immer mehr davon verstehe, macht mir persönlich auch sehr viel Spaß.
Nachhaltigkeit
Durch die Individualität versuche ich mit meinen Klamotten ebenfalls einen Gegenentwurf zu Massenware und damit auch der Fast-Fashion Industrie darzustellen. Zum einen versuche ich mehr Bewusstsein und Wertschätzung für die damit verbundene Arbeit zu schaffen, etwas das in unserer Gesellschaft leider nicht nur bei Kleidung verloren gegangen ist. Zum anderen ist es mir wichtig, selbst so nachhaltig wie möglich Klamotten auf den Markt zu bringen.
Second-Hand Großhändler, die es sich durch den guten Ruf von Second-Hand Kleidung erlauben können, sehr intransparent mit ihren Lieferketten und damit verbunden mit Arbeitsbedingungen und Klimabilanzen zu sein, versuche ich zu vermeiden. Als bessere Alternative sehe ich eher eine Mischung aus Gebraucht- und Neuware. Ausgesuchte Gebrauchtware, die ich von Privatpersonen erwerbe und der ich wieder einen Mehrwert gebe, um zu verhindern, dass sie ungenutzt in irgendwelchen Kleiderschränken liegt. Dazu ergänzend Neuware, bei der ich auf die Einhaltung von sozialen Standards und ressourcen-, vor allem wasserschonender Herstellung achte.
Den Nachhaltigkeitsgedanken versuche ich ebenfalls beim Versand meiner Pakete fortzusetzten. So versuche ich, Packpapier von meinen eigenen Bestellungen aufzuheben, um es für die Verpackung meiner Kleidungsstücke wiederzuverwenden. Natürlich kann ich meine Pakete nicht ausschließlich mit aufgehobenem Verpackungsmaterial packen, lege aber trotzdem Wert darauf, zumindest kein Plastik zu verwenden. Ebenfalls versende ich klimaneutral über DHL.